Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bau von Zuckerfabriken in Westdeutschland durch den Marshall-Plan gefördert. Bedingung für die Zuteilung der Mittel war allerdings, dass die Rübenanbauer der neuen Fabriken auch deren Mehrheitsgesellschafter werden sollten. Zur Erfüllung dieser Anforderung wurde am 15. September 1950 die SZVG gegründet, um das Kapital der Landwirte zu bündeln und den Aktienbesitz zu verwalten. Bereits im folgenden Jahr begann der Bau der Zuckerfabrik Franken in Ochsenfurt (Bayern).
Bereits 1956 erwarb die SZVG ein erstes Paket an Aktien der Süddeutschen Zucker AG, Mannheim. Bis 1982 baute sie dieses Engagement auf 49,5 % des Grundkapitals der Gesellschaft aus. An der Zuckerfabrik Franken, die zwischenzeitlich über 4 Werke verfügte, bestand mittlerweile eine Beteiligung von 75 %.
Im Jahre 1988 gelang die Fusion von Süddeutscher Zucker AG, Mannheim, und Frankenzucker GmbH, Ochsenfurt, zur Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt. Die SZVG ging als Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft mit über 60 % Anteil am Grundkapital hervor.
In der ersten Hälfte der neunziger Jahre erfolgten grosse Expansions- schritte der Südzucker AG. An der Raffinerie Tirlemontoise SA, Tienen (Belgien), und der Agrana Beteiligungs AG, Wien, wurden beträchtliche Beteiligungen erworben. 1995 gründete man die Schöller Holding, in der alle Eiscreme-, Tiefkühlkost- und Backwaren- Aktivitäten des Konzerns zusammengefasst wurden. Mit der Öffnung Mittel- und Osteuropas erweiterte sich auch das Betätigungsfeld der verschiedenen Unternehmungen des Südzucker-Konzerns erheblich.
|