Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V.
"Wir sind nun nicht mehr nur die Lieferanten" - Beteiligung der Rübenanbauer an der süddeutschen Zuckerwirtschaft

In Süddeutschland mangelte es nach dem Krieg an Verarbeitungskapazitäten für Rüben. Die nach 1945 übrig gebliebenen Zuckerfabriken befanden sich alle im Privatbesitz. Die  Rübenanbauer waren Rohstofflieferanten ohne Einfluss auf die Fabriken.

 Ziel der im September 1950 gegründeten „Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft“ (SZVG) war es, landwirtschaftliches Kapital zu beschaffen, um neue Zuckerfabriken bauen zu können. Damit sollten die Rübenanbauer mehr Einfluss auf die Zuckerindustrie gewinnen und nicht länger nur Rohstofflieferanten sein.   

Die SZVG legte in ihrer 64-jährigen Firmengeschichte immer wieder Beteiligungspapiere auf und bot den Landwirten an, diese zu zeichnen. Auf diese Weise wurde Kapital angesammelt. Diese Geldmittel wurde in Aktien der Südzucker AG investiert, so dass ab 1988 eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen erworben werden konnte. Bis heute kann die SZVG stets über 50 Prozent der 204,2 Mio. Aktien an Südzucker halten, auch deshalb, weil die Rübenanbauer mit jeder Rübenernte frisches Kapital zu diesem Zweck zur Verfügung stellen. Dieses Kapital verwaltet die SZVG treuhänderisch für alle Zeichnungsinhaber und verbucht für jeden Rübenanbauer den jährlichen Gutschriftbetrag als Einzahlung auf dessen SZVG-Anbauerkonto. Im Falle einer Kapitalerhöhung der Südzucker AG setzt die SZVG diese Geldmittel ein, um die bäuerliche Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG zu halten. Diese Mehrheitsbeteiligung sichert den Landwirten als Rohstofflieferanten einen fairen Anteil an der Wertschöpfung am fertigen Produkt Zucker.

Südzucker ist der größte europäische Zuckerproduzent. In den 29 Zuckerfabriken werden jährlich 5,4 Mio. Tonnen Zucker hergestellt. Neben der Zuckerproduktion generieren  die Segmente Frucht, Spezialitäten und Ethanol im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Umsatz von 6.476 Millionen EURO. 16908 Mitarbeiter (Stand Mai 2017) arbeiten für diesen weltweit agierenden Ernährungskonzern.

Bau ZF Och Bild 1

Stahlbauarbeiten an der Zuckerfabrik Ochsenfurt 1952, mitfinanziert durch SZVG-Gelder